Hans-Georg Wagner

Biografie von Hans-Georg Wagner

Hans-Georg Wagner wurde 1962 in Havelberg geboren. Bereits wenige Jahre später zog er mit seiner Familie nach Cottbus, wo er zwischen 1979 und 1981 eine Tischlerlehre absolvierte. 1983 bis 1986 studierte er Holzgestaltung an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg, die heute an die Westsächsische Hochschule Zwickau angegliedert ist. Er studierte hier unter der Mentorenschaft des Bildhauers und Designers Hans Brockhage und des Künstlers Karl Heinz Jakob.
Nach seinem Abschluss bezog 1986 er sein Atelier in Cottbus, das bis heute Zentrum seines Schaffens ist.
Wagners Werk ist um das Material Holz zentriert. Themen in seinen Arbeiten sind der Mensch, die Freiheit und der Versuch, sich ein Bild von der Welt zu machen.Darüber hinaus greift er immer wieder politische und soziale Motive auf und bedient sich auch religiöser Symbolik.

Seine Skulpturen aus Holz bringen zum Vorschein, was ohnehin bereits im Material steckt. In der Regel entstehen Wagners Skulpturen durch das Aufspalten eines Baumstammes. Dazu öffnet er den Baumstamm und treibt Spaltkeile in die Faser, bis sich der Stamm der Länge nach aufteilt. Die Rinde und durch Fäule und Pillbefall unbrauchbaren Bereiche werden entfernt. In der dadurch entstehenden FIgur entdeckt er Formen und Bewegung, deren oftmals menschliche Gestalt er anschließend herausarbeitet.
Die fertigen Skulpturen werden anschließend in der Regel zudem in Bronze gegossen.

Seine Reliefs zeigen neben menschliche Motive auch abstrakte Strukturreliefs, die zum Teil eingefärbt werden. In einem weiteren Arbeitsschritt, ähnlich dem Hochdruckverfahren, bem,alt er die Flächen farbig und erstellt Handabreibungen auf Shōji-Papier und zieht diese auf Shōji-Rashmen, wodurch Zwischenstände der Reliefs festgehalten werden und als eigenständige Kunstwerke durch ihre luzide Art bestechen.

 

Arbeiten auf Shoji-Papier

Bei Shoji-Papier handelt es sich um ein zähes, weißes, lichtdurchlässiges Papier, das aus Holzfasern hergestellt wird. Shōji (障子) bezeichnen dabei die bekannten verschiebaren Raumteiler in der traditionellen japanischen Architektur. Ein Shōji besteht aus einem äußeren Holzrahmen, einem dünnen stabilisierenden Holzbrett im Fußteil (Koshi-Ita) und den dünnen Gitterstreben (Kumiko), auf denen das Papier mit Reisstärkeleim (Sokui) aufgeklebt wird.

Hanbs-Georg Wagner verwendet das Papier, das

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Mona Höke

„Das, was häufig wie eine spontane Geste oder ein munterer Farbeinfall anmutet, ist in Wahrheit gewachsen, entstammt dem Auf und Ab des Bilderganges. Aus dem sich entfaltendem Über- und Ineinander blühen Flecken auf und ganze, märchenhafte Farbfamilien verbreiten ihre Bildlust.“ (Jörg Sperling)