Zwischen Zeiten –
Architektur und Alltag in der Lausitz

Zwischen Zeiten
Zwei Fotografen, zwei Aufbrüche
Zwei Fotografen, ein halbes Jahrhundert dazwischen, eine Region im Wandel: Mit „Zwischen Zeiten“ bringt die Kunsthalle Lausitz erstmals das Werk von Erich Schutt (1931–2023) und Martin Maleschka (geb. 1982) miteinander ins Gespräch. Über 500 Arbeiten erzählen von zwei Aufbrüchen der Lausitz – und laden dazu ein, die Region aus zwei Blickwinkeln neu zu entdecken.
Erich Schutt hielt über vier Jahrzehnte als Pressefotograf der Lausitzer Rundschau fest, wie die Lausitz zu DDR-Zeiten entstand und wuchs: Kraftwerke, Neubauviertel, Arbeit und Alltag. Er arbeitete analog und in Schwarz-Weiß, mit dem Blick des Chronisten, der die Menschen in den Mittelpunkt rückt. Martin Maleschka, Architekt und Dokumentarfotograf, richtet seine Kamera auf den heutigen Strukturwandel und den Abschied vom Braunkohlerevier. Er fotografiert digital und in Farbe – häufig menschenleere Räume, Architektur und Fassaden, in denen der Mensch nur als Spur zurückbleibt. Gerade dieser Kontrast macht den Reiz der Ausstellung aus: zwei Handschriften, die sich nicht angleichen, sondern einander schärfen.
Dass sich die Lausitz verändert, ist dabei nichts Neues. Über Generationen lebte die Region von Industrien, die kamen und wieder gingen – von der Textil- und Glasherstellung, vor allem aber von der Braunkohle. Mit dem Ende der Kohle steht die Lausitz erneut vor einem solchen Übergang. Was Schutt und Maleschka festhalten, ist deshalb weniger ein einmaliger Bruch als ein weiteres Kapitel einer langen Geschichte des Wandels – Bilder, die bewahren, was sonst verloren ginge.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Revier: Schutt dokumentierte die großen Jahre des Tagebaus, Maleschka gelangen exklusive Einblicke in die Kraftwerke von heute – Boxberg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe –, an Orte, die den meisten verschlossen bleiben. Doch die Lausitz ist mehr als ihre Kohle: Die Ausstellung führt durch viele Themenwelten der Region – Arbeit und Alltag, Handwerk, sorbische Kultur, Architektur und Kunst am Bau, Sport und Natur.
„Zwischen Zeiten“ ist von Grund auf zweisprachig angelegt. Das begleitende Buch erscheint weitgehend auf Deutsch und Niedersorbisch, ebenso sprechen mehrere Audiostationen in der Ausstellung in beiden Sprachen – weil sich die Geschichte der Lausitz ohne die sorbische Sprache und Kultur nicht erzählen lässt.
Rund um die Ausstellung entsteht ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Lesungen, Podiumsdiskussionen, Workshops und einem Live-Podcast. Schulklassen können sich für Führungen anmelden. Termine und weitere Informationen finden Sie fortlaufend hier auf unserer Website.
Zur Ausstellung
Eröffnung: 11. September 2026, 19 Uhr – mit Grußworten von Kathrin Schneider (Ministerin und Chefin der Staatskanzlei) und Dr. Sebastian Herke (Geschäftsführer der GWC), einer Laudatio von Thomas Klatt und musikalischer Begleitung durch das Duo LeDazzo
Ausstellungsdauer: 12. September bis 9. November 2026
Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 16–18 Uhr, Samstag 13–16 Uhr
Ort: Alte Segeltuchfabrik, Wilhelm-Külz-Straße 15, 03046 Cottbus
Information: www.kunsthallelausitz.de | info@kunsthallelausitz.de
Ein Projekt des FarbFluss e.V.

Das Projekt wird im Rahmen des Projektfonds Kulturplan Lausitz gefördert mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Gefördert mit:
Kooperationspartner:



